Koordination in Belgien

Der Föderale Ministerrat hat Dr. Erika Vlieghe als nationale Ebola-Koordinatorin eingesetzt. Unterstützt wird sie von Dr. Daniel Reynders vom Föderaler öffentlicher Dienst (FÖD) Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt. Sie sind zuständig für die globale Koordination der Vorkehrungen gegen Ebola in unserem Land und koordinieren den Informationsfluss in Richtung der Fachleute und des Publikums.

Bei einer Gefährdung der Volksgesundheit, wie bei Ebola, müssen die Gesundheitsbehörden Maβnahmen treffen, um das Risiko für die belgische Bevölkerung möglichst gering zu halten. Verantwortlich dafür ist die Risk Management Group. Sie ist aus allen Gesundheitsbehörden zusammengesetzt, die zusammen aufgrund der Empfehlungen der Risk Assessment Group entscheiden, welche Maßnahmen zum Schutz der Volksgesundheit in Belgien erforderlich sind. Die Risk Assessment Group analysiert das Risiko von Ebola für die belgische Bevölkerung aufgrund von epidemiologischen und wissenschaftlichen Angaben. DieRisk Assessment Group setzt sich zusammen aus:

  • Ärzten-Epidemiologen vom Wissenschaftsinstitut für Öffentliche Gesundheit (WIV-ISP)
  • Der Föderalbehörde und den für Gesundheit zuständigen föderierten Teilgebieten
  • Experten mit spezifischen Kenntnissen über Ebola.

Ein Ebola-Krisenstab wurde innerhalb des föderalen öffentlichen Dienstes Volksgesundheit , Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt eingerichtet. Dieser Krisenstab ist zuständig für alle operativen Aspekte der Vorbereitung auf einen möglichen Ebola-Fall in Belgien. Innerhalb des Krisenstabs wurden Arbeitsgruppen gegründet, in denen die Gesundheitsakteure sowie staatliche Partner aus anderen Bereichen an der Entwicklung von Verfahren, Formularen, Kommunikation in Richtung der Bürger und Fachkräfte arbeiten.

Saniport

Saniport ist rund um die Uhr die Gesundheitspolizei für den internationalen Verkehr. Die Mitarbeiter von Saniport überwachen die Gesundheit von Passagieren und Besatzungsmitgliedern von Flugzeugen und Schiffen. Saniport ist tätig auf dem Flughafen von Brüssel-National und in den Häfen von Antwerpen, Gent, Oostende und Zeebrugge. Wenn ein Pilot oder ein Kapitän eine mögliche Ebola-Ansteckung an Bord meldet, wird Saniport die geeigneten Maβnahmen treffen.

Die Gesundheitsbehörden der Gemeinschaften und Regionen in Belgien

Infektionskrankheiten, die die Volksgesundheit bedrohen (können), darunter Ebola, müssen dem Arzt für Infektionskrankheitenbekämpfung der Gesundheitsbehörde der betroffenen Gemeinschaft oder Region in Belgien gemeldet werden. Es handelt sich um:

  • Die Flämische Agentur für Pflege und Gesundheit der Flämischen Gemeinschaft (Vlaams Agentschap Zorg en Gezondheid)
  • Die Gemeinschaftliche Gemeinschaftskommission von Brüssel-Hauptstadt
  • Die wallonische Region
  • Die Deutschsprachige Gemeinschaft
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Alle (Haus)Ärzte, klinischen Laboratorien, Krankenhausärzte, Pflegeeinrichtungen, Vorbeugungsdienste und der medizinische Dienst des Flughafens müssen sofort den Arzt für Infektionskrankheitenbekämpfung bei Verdacht einer Ebola-Infektion benachrichtigen. Ziel dieser Meldepflicht ist es, um rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen treffen zu können, um zu verhindern, dass Ebola sich ausbreiten kann.

Der Arzt für Infektionskrankheitenbekämpfung bewertet jede Ebola-Meldung. Dies geschieht in Absprache mit verschiedenen Ärzte-Kollegen, wie dem behandelnden Arzt, dem Infektiologen und dem Ebola-Koordinator. Wenn es sich um eine mögliche Ebola-Ansteckung handelt, wird das nationale Ebola-Verfahren eingeleitet. Konkret bedeutet dies:

  • Die anderen belgischen Gesundheitsbehörden zu benachrichtigen.
  • Den Transport des Patienten in ein Referenzkrankenhaus für Ebola abzuwickeln.
  • Die Diagnose zu überwachen und den Patienten zu behandeln.
  • Die Kontakte zu identifizieren und diese zu überwachen, wenn sich herausstellt, dass der Patient Ebola hat.

Die Referenzkrankenhäuser für Ebola in Belgien

Jedes belgische Krankenhaus kann eine mögliche Ansteckung mit Ebola identifizieren und sicher isolieren.

Ein Patient, der sich möglicherweise oder nach Untersuchung mit Sicherheit mit dem Ebola-Virus infiziert hat, wird in Belgien in einem der drei Referenzkrankenhäusern behandelt:

  • Im Brüsseler Sint-Pieterskrankenhaus
  • In der Universitätsklinik Antwerpen oder

Diese Krankenhäuser arbeiten eng zusammen mit den Gesundheitsbehörden, um Patienten unter sicheren Umständen zu behandeln.

Föderale agentur für arzneimittel und gesundheitsprodukte (faag)

Die FAAG unterstützt die Entwicklung von neuen Arzneimitteln im Kampf gegen Ebola und sorgt im Interesse des Patienten für deren Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit. Zusammen mit den Arzneimittelbehörden in anderen Ländern und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bewertet die FAAG die verfügbaren Daten zu den in Entwicklung befindlichen Behandlungen gegen Ebola. Im Rahmen des sog. “compassionate use” und der medizinischen Notfallprogramme kann trotzdem erwogen werden, Patienten solche experimentelle Arzneimittel zur Verfügung zu stellen.

Die FAAG bringt ebenfalls ihre Expertise ein für die Aufnahme etwaiger Patienten in Belgien und trifft Vorkehrungen, um die Sicherheit von Blut, Blutbestandteilen, menschlichen Zellen und Geweben von Personen, die aus den von Ebola betroffenen Zonen zurückkehren oder in Kontakt mit einem Ebola-Patienten waren, zu garantieren.

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