Als Reaktion auf die Entwicklungen erklärte die WHO am 17. Juli 2019, dass der aktuelle Ausbruch eine “gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite” (PHEIC) sei.

Jüngste Entwicklungen

Am 1. August 2018 wurde in der Demokratischen Republik Kongo im Nordosten, nämlich in Nord-Kivu und Ituri, ein neuer Ebola-Ausbruch gemeldet. Dies ist die größte jemals gemeldete Epidemie in diesem Land und die zweitgrößte in der Geschichte.

Das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo arbeitet mit der WHO und anderen Partnern zusammen, um die Ebola-Epidemie zu bekämpfen. Die Bekämpfung der Ebola-Epidemie wird durch die anhaltenden bewaffneten Konflikte in der Region und das Misstrauen der Bevölkerung erschwert.

Im Juni 2019 bestätigte Uganda die ersten Fälle von Ebola in Kasese an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Es handelte sich um Mitglieder einer Familie, die in die DRK gereist war. Das ugandische Gesundheitsministerium und die WHO haben ein Soforteinsatzteam nach Kasese entsandt, um andere Personen zu identifizieren, die gefährdet sein könnten. Uganda hat Erfahrung in der Bekämpfung von Ebola-Ausbrüchen. In Vorbereitung auf einen möglichen Importfall aus der DRK hatte Uganda bereits Maßnahmen wie Impfungen und die Ausbildung von Gesundheitspersonal ergriffen.

Am 14. Juli 2019 wurde der erste Fall von Ebola in Goma (DRK) bestätigt. Diese Person war von Beni über Butembo nach Goma gereist und war mit infizierten Menschen in Butembo in Kontakt gekommen, etwa 300 km von Goma entfernt. In Goma wurde die Diagnose sofort gestellt und die notwendigen Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung wurden ergriffen. Der Mann starb später auf dem Weg zum Behandlungszentrum Ebola in Butembo. Goma, eine Stadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern, liegt an der Grenze zu Ruanda und verfügt über einen internationalen Flughafen.

Am 17. Juli 2019 erklärte die WHO die aktuelle Ebola-Epidemie zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC), um die Bewältigung der Epidemie zu verbessern.

Während dieses Ausbruchs wurden 3444 Fälle bestätigt und 2264 Menschen starben an den Folgen von Ebola. Der letzte Patient wurde am 17. Februar 2020 gemeldet. Die Zahl der indirekten Todesfälle aufgrund von Ebola (z.B. aufgrund unterbrochener Impfprogramme, gestörter medizinischer Infrastruktur, unsicherer Lieferungen usw.) ist unbekannt, aber wahrscheinlich um ein Vielfaches höher.

Der Ausbruch wurde jedoch noch nicht offiziell für beendet erklärt, da noch die Chance besteht, dass neue Fälle auftauchen. Aufgrund der Unsicherheit ist eine korrekte Nachverfolgung in einigen Bereichen schwierig. Das Virus kann auch lange Zeit präsent bleiben und bei Überlebenden bestimmte Körperflüssigkeiten verursachen, die eine Reinfektion oder einen Rückfall verursachen.

Impfstoff

Der Impfstoff, der in der Demokratischen Republik Kongo und von Gesundheitspersonal in Uganda verwendet wird, hat bisher die Menschen vor der Entwicklung der Krankheit wirksam geschützt und denen, die die Krankheit entwickeln, geholfen, eine bessere Überlebenschance zu haben.

Ratschläge

Alle nicht notwendigen Reisen in die Demokratische Republik Kongo wurden vom Außenministerium schon vor der Ebola-Epidemie abgelehnt. Reisende, die in das betroffene Gebiet reisen müssen, sollten die aktuellen Reisehinweise sorgfältig beachten. Die WHO erlegt dem Personen- und Warenverkehr von und nach der Demokratischen Republik Kongo derzeit keine Beschränkungen auf.

Das Risiko, dass die Ebola-Epidemie Belgien erreicht, ist beschränkt, aber wir beobachten aufmerksam die weitere Entwicklung des Ausbruchs. Kranke Reisende, die aus einem tropischen Land zurückkehren, werden mit der gebotenen Vorsicht behandelt und es werden angemessene Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Personen, die aus den betroffenen Gebieten zurückkehren, sollten über Folgendes informiert werden:

  • Die mögliche Exposition gegenüber dem Ebola-Virus.
  • Die Entwicklung der Krankheit und die Notwendigkeit, bei Auftreten von Symptomen sofort einen Arzt aufzusuchen.
  • Die Notwendigkeit, ihre Reisegeschichte sofort bei der Suche nach medizinischer Hilfe, vorzugsweise vor der Ankunft im Krankenhaus, anzugeben.

Wenn ein Patient Anzeichen von viralem hämorrhagischem Fieber aufweist, kann er in einem der beiden Referenzkrankenhäuser (Universitair Ziekenhuis Antwerpen und Hôpital CHU Saint-Pierre Brüssel) unter Quarantäne gestellt werden.

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